
Stories and Hopes of the Arrivals to Rhine-Main Archipelago
- Stories and Hopes of the Arrivals to Rhine-Main Archipelago
de_colonialanguage, Ani Menua, Elena Malzew & Irina Denkmann
Seit den 1990er-Jahren sind Millionen Menschen aus Nord- und Zentralasien, dem Kaukasus, Osteuropa sowie Südosteuropa nach Deutschland eingewandert. Ihre Biografien wurden häufig durch politische Kategorien vereinfacht – ihre Abschlüsse entwertet, Identitäten auf eine Sprache reduziert, einige dieser Geschichten, im Falle postsowjetischer Migrant:innen, abschätzig unter beispielsweise “Russen” subsumiert – ihre Mehrfachzugehörigkeiten unsichtbar gemacht.
Richtet man den Blick in die Geschichten hinein, stellt man fest, dass sie sich solchen Zuschreibungen entziehen . Sie sind vielschichtig, widersprüchlich und geprägt von Überführungen zwischen Orten, Systemen und Erinnerungen. Mit dem Begriff PostOst entsteht seit 2020 ein Vokabular, das diese Differenz sichtbar macht. "Stories and Hopes of the Arrivals to Rhine-Main Archipelago" versteht sich als Versuch, diesen vielstimmigen Erfahrungsraum zu kartieren – als ein Archipel aus Geschichten, Hoffnungen und gelebten Realitäten. Ziel des Projekts ist es, ein tieferes und differenzierteres Verständnis für die Gruppen zu entwickeln, die seit den 1990er Jahren nach Deutschland migriert sind – einschließlich derjenigen, die seit 2022 angekommen sind – und ihre bedeutende Präsenz sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt der Forschung stehen drei interaktive Workshops. Sie schaffen einen sicheren Raum, in dem Menschen aus Diaspora-Gemeinschaften ihre Geschichten, Erinnerungen, Lieblingsorte und andere persönliche Archive teilen können.
Das Kollektiv de_colonialanguage und Ani Menua (X3 PostOst Agency, PostOstCafe) arbeiten an der Schnittstelle von Kunst, Aktivismus und Forschung. Ihre Praxis bewegt sich in Räumen von Migration, Übersetzung und alternativer Wissensproduktion. In transkulturellen Konstellationen mit diasporischen Communities entstehen Formate, die kollektive Erfahrung, künstlerische Praxis und öffentlichen Raum miteinander verweben.

