- Kiosk of Solidarity X Bahnhofsviertel
- Gedenktag verstorbene drogengebrauchende Menschen
Kiosk of Solidarity und das trägerübergreifende Bündnis zum 21.07.
Am 21. Juli wird bundesweit der Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende begangen. Unter dem Motto „Verändern, um Leben zu retten“ erinnern die Frankfurter Suchthilfeträger:innen – Verein Arbeits- und Erziehungshilfe e.V. (vae), Integrative Drogenhilfe e.V. (idh), JES, BASIS e.V. und La Strada (AIDS-Hilfe Frankfurt e.V.) – an die 45 Menschen, die seit dem vergangenen Gedenktag in Frankfurt infolge ihres Drogenkonsums oder der damit verbundenen Lebensumstände verstorben sind. Deutschlandweit waren es im vergangenen Jahr 2.150 Menschen. Der Kiosk of Solidarity beteiligt sich im Rahmen der WDC 2026 an Kundgebung und Trauermarsch.
Die Kundgebung benennt, dass der Frankfurter Weg mit seinen 4 Säulen – Prävention, Beratung und Therapie, Überlebenshilfen sowie Repression – seit Jahrzehnten wirksam dazu beiträgt, Leben zu schützen. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass drogengebrauchende Menschen erreichbar bleiben. Mit Sorge beobachten die Einrichtungen daher den zunehmenden Verlust von Aufenthaltsorten im Bahnhofsviertel. Verdrängung schaffe keine Lösungen, sondern erschwere den Zugang zu Hilfen und erhöhe gesundheitliche Risiken.
Zugleich kritisieren die Träger eine zunehmend vereinfachte öffentliche Debatte über das Bahnhofsviertel. Diese reduziere komplexe soziale Herausforderungen auf sichtbaren Drogenkonsum, erschwere die Arbeit der Suchthilfe und verstärke Vorurteile gegenüber Betroffenen und Fachkräften. Dabei leisten Sozialarbeitende täglich einen entscheidenden Beitrag, indem sie medizinische Versorgung vermitteln, Überdosierungen verhindern und Zugänge zu weiterführenden Hilfen schaffen.
Anlässlich des Gedenktages appellieren die Träger an Politik, Medien und Stadtgesellschaft, niedrigschwellige Hilfen zu stärken und Veränderungen an den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten. Menschen, die Drogen konsumieren, benötigen sichere Aufenthaltsorte, Zugang zu Unterstützung und eine sachliche, menschenwürdige Auseinandersetzung statt weiterer Ausgrenzung.
Zeiten:
13:00 Uhr Kundgebung am Jürgen Ponto Platz
14:00 Uhr Trauermarsch zur Gedenkplatte
von 11:00 – 17:00 Uhr: Informationen und „Trauer-Tisch“ für Klient:innen in der Niddastraße
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