- Kiosk of Solidarity X Bahnhofsviertel
- Dezentrale Aktion zu akzeptierender Suchthilfe
VAE e.V., KG & the Network for Accepting Addiction Support FFM
...
Suchthilfeangebote im Frankfurter Bahnhofsviertel konzentrieren sich auf wenige Straßenzüge, insbesondere die Niddastraße, den Karlsplatz und die Taunusstraße. Diese räumliche Bündelung hat urbane Zonen entstehen lassen, in denen sich Aufenthaltsorte, niedrigschwellige Hilfsangebote und informelle Handelsstrukturen überlagern.
Gleichzeitig prägen genau diese Orte die öffentliche Wahrnehmung des Bahnhofsviertels. Medienberichte und zunehmend auch Social-Media-Kanäle nutzen Bilder aus diesen Straßen, um Narrative über Drogenkonsum und den Stadtteil zu erzeugen – meist wird dabei über die Menschen gesprochen, die diese Räume nutzen, statt mit ihnen.
In einem Workshop mit Klient:innen und Mitarbeitenden der K9, einer niedrigschwelligen Einrichtung des Verein Arbeits- und Erziehungshilfe e.V. (vae), wurde deutlich, dass die räumliche Konzentration selbst als zentrales Problem wahrgenommen wird. Menschen, die an anderen Orten der Stadt durch ihren Substanzkonsum auffallen, werden häufig in das Bahnhofsviertel verwiesen. Dadurch verdichten sich Aufenthalt, Konsum und die daraus entstehenden Nutzungskonflikte auf engem Raum. Diese Entwicklung liegt weder im Interesse der Menschen, die die Hilfsangebote nutzen, noch der Suchthilfeeinrichtungen, der Anwohnenden oder der Gewerbetreibenden im Quartier.
Aus den Ergebnissen des Workshops entstand die Konzeptskizze für einen dezentraleren Ansatz der Suchthilfe, der im Rahmen des Kiosk of Solidarity erprobt wird. Der mobile Kiosk aktiviert Orte wie den Wiesenhüttenplatz, den Baseler Platz, den François-Mitterrand-Platz sowie Bereiche der Taunusanlage. Dort werden Hitzeschutzpakete, Harm-Reduction-Materialien und Informationsangebote verteilt und Gespräche mit Anwohnenden sowie drogengebrauchenden Menschen geführt. Ziel ist es, gemeinsam neue Perspektiven auf eine dezentral organisierte Suchthilfe zu entwickeln, die Erreichbarkeit verbessert, Aufenthaltsdruck reduziert und den öffentlichen Raum als gemeinsamen sozialen Raum neu denkt.
Veranstaltungen dieser Reihe
©Monika Keiler

