Menschen stehen im Rahmen einer Vernissage auf einem Platz in Darmstadt©Jonas Eickhoff

WERKZEUGE DES ANSTIFTENS

14:00 – 19:00 Uhr
12
Sa
Sep.

08
Do
Okt.

Werkbundakademie Darmstadt e.V.

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Was passiert, wenn wir eine Idee einfach ausprobieren? Wenn wir uns von ungewöhnlichen Formaten anstiften lassen – ohne zu wissen, wohin sie führen? Wenn wir Räume öffnen, die es eigentlich nicht gibt, für Identitäten, Perspektiven und Gefühle, die schwer greifbar sind? Die Werkbundakademie Darmstadt zeigt in ihrer Ausstellung WERKZEUGE DES ANSTIFTENS, wie aus kleinen, oft ehrenamtlichen Projekten große Hebel für die Zukunft entstehen. Hier werden keine fertigen Lösungen präsentiert, sondern Werkzeuge, die Prozesse in Gang setzen, Synergien stiften und Gesellschaft verändern.

Drei Kuben strukturieren die Ausstellung – drei Prinzipien des Anstiftens:

RAUM: Orte, die Erfahrungen ermöglichen und Neues denkbar machen. Ob als Labor, als Begegnungsstätte oder als geschützter Experimentierraum: Diese Projekte zeigen, wie Gestaltung von Räumen Haltung schafft. Mit dabei u.a.: Semiotik Labor 6, Kunstraum Zucker, Bessunger Jugendforst

BEWEGUNG: Prozesse, die Veränderung stiften. Durch Performance, partizipative Formate oder künstlerische Interventionen entstehen hier Dynamiken, die Stadt und Gesellschaft in Bewegung bringen. Mit dabei u. a.: Performance unSICHTBAR, Darmstädter Stadtfotograf*in, Poesie for free.

KOLLEKTIV: Netzwerke, die Gemeinschaft stärken. Diese Projekte beweisen, dass Teilhabe kein Zufall, sondern gestaltbar ist – und dass die besten Ideen dort entstehen, wo Menschen sich verbinden. Mit dabei u. a.: Amt für künstlerische Vermessung, SOCIALARTS.

Hintergrund: Warum diese Ausstellung?

Die Werkbundakademie Darmstadt – seit 25 Jahren Impulsgeberin für Kunst, Gestaltung und Stadtentwicklung in der Region – zeigt mit „WERKZEUGE DES ANSTIFTENS“, was passiert, wenn wir künstlerische Forschung, radikale Offenheit und ehrenamtliches Engagement als treibende Kräfte verstehen. Als Initiatorin der Bewerbung Frankfurt RheinMains als World Design Capital 2026 hat die WBA immer wieder bewiesen: Gestaltung ist kein Luxus, sondern ein Werkzeug für eine lebenswerte Zukunft.

Diese Ausstellung ist kein Rückblick, sondern ein Aufruf zum Mitmachen. Sie präsentiert Projekte, die zunächst klein, experimentell oder sogar „abwegig“ schienen – und doch große Wirkung entfalteten: Sie stifteten Diskurse an, schufen neue Netzwerke, machten Unsichtbares sichtbar und zeigten, dass Veränderung oft dort beginnt, wo wir sie am wenigsten erwarten.

Die Philosophie: Gestaltung als Haltung
Die WBA versteht sich seit ihrer Gründung als Labor der Gesellschaft – ein Ort, an dem nicht nur über Zukunft gesprochen, sondern aktiv an ihr gearbeitet wird. Wie die 1. Vorsitzende Jula-Kim Sieber im Vorwort zur Chronik betont:

„Die Werkbundakademie war schon immer eine aktive Zelle im Gespräch, die Menschen zusammenbringt – sei es im kleinen Kreis zu Themen wie Designstandort, Kulturelle Mitte, Gestaltung, Haltung, Kunst oder Ökologie, oder später, wenn wir diese Diskussionen und Forschungsergebnisse in größeren öffentlichen Formaten präsentieren.“

Die Methode: Anstiften durch radikale Offenheit

Inspiriert von der Philosophie des Kunstpreises „RegionalGestalt RheinMain“ setzt die Ausstellung auf drei Prinzipien des Anstiftens, die auch die Arbeit der WBA prägen. Wie im Vorwort zur RegionalGestalt steht: „Mein Verständnis des künstlerischen Forschens besteht aus freiem, intuitivem Improvisieren über ein vorher definiertes, stark minimalistisches Regelwerk. Parallel zu konventionellen Designprozessen muss eine solche Herangehensweise eine Daseinsberechtigung erhalten!“

Weitere Möglichkeiten des aktiven Erlebens gibt es am 1. Oktober um 18:00 Uhr mit unSICHTBAR sowie bei der interaktiven Finissage am 8. Oktober um 18:00 Uhr.

Warum das wichtig ist
In einer Zeit, in der viele über die Zukunft von Städten, Kultur und Gesellschaft diskutieren, zeigt diese Ausstellung: Die Zukunft entsteht nicht in großen Masterplänen, sondern in kleinen, mutigen Schritten. In Projekten, die zunächst verrückt scheinen. In Menschen, die einfach loslaufen. In Ideen, die Raum zum Wachsen brauchen. Die Werkbundakademie Darmstadt lädt alle ein, diese Werkzeuge kennenzulernen, anzuwenden und zu gestalten. Die modulare Ausstellung findet im öffentlichen Raum auf dem Friedensplatz statt und ist für die Dauer vom 12.09.–08.10.2026 jederzeit frei (kostenlos) zugänglich (24/7). Begleitende Aktionen, Workshops und Führungen werden separat angekündigt. Die Ausstellung ist auf deutsch und in Teilen auf englisch.

Hinweise zum Veranstaltungsort:
Die Ausstellung findet auf dem Friedensplatz in Darmstadt statt, direkt neben der Haltestelle Schloss und unweit des zentralen Luisenplatzes. Der Platz ist absolut barrierefrei, da sich die gesamte Fläche ohne Schwellen im öffentlichen Bereich befindet. Eine Parkgarage befindet sich direkt unter dem Friedensplatz.


Die Werkbundakademie Darmstadt (e. V.) initiiert das Projekt als unabhängige, gemeinnützige Plattform für künstlerische Forschung und Stadtgestaltung. Zu den Partnern zählen die Schader-Stiftung sowie ausgewählte Darmstädter Institutionen und Akteure der freien Kulturszene, die über einen „Open Call“ eingebunden wurden. Gemeinsam machen wir lokale Instrumente der Bürgerbeteiligung sichtbar und erfahrbar.

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