- Museum Angewandte Kunst, Frankfurt
- Im Modus der Serie. Differenz, Variation und Wiederholung in Architektur und Design
Oktober 2026
Museum Angewandte Kunst Frankfurt am Main
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Serien eröffnen ein Spiel der Nuancen und Differenzen; der Redundanzen und Wiederholungen. Jede begonnene Serie lässt sich durch ähnliche Gegenstände erweitern. Gegenstände, die im Modus der Serialität erdacht, erzeugt, rezipiert oder konsumiert werden, verweisen stets auf verwandte Gegenstände der gleichen Serie. Doch was genau macht die Serie zur Serie? Welche Bedeutung hat Serialität für die Gestaltung unserer Alltagswelten und an welchen Stellen erlaubt die Serie individuelle Anpassungen. Die Ausstellung Im Modus der Serie. Differenz, Variation und Wiederholung in Architektur und Design möchte neue Zugänge zum Themenfeld der Serialität anbieten. Es werden serielle Strategien und Verfahren in den Blick genommen, um Potentiale wie auch Grenzen von Serialität aufzuzeigen.
Die Ausstellung macht zentrale Aspekte von Serialität zugänglich und sinnlich erfahrbar und geht dabei auch auf den lokalen Kontext der Stadt Frankfurt ein. In historischer Perspektive thematisiert sie die Entwicklung der seriellen Produktion im Neuen Frankfurt seit den 1920er-Jahren. In aktueller Hinsicht ist sie Teil eines umfangreichen Veranstaltungsprogramms der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026.
Die Ausstellung bietet einen geschichtlichen Abriss zur Serialität, deren Potentiale sich im Maßstab der Stadt, des baulichen Objekts und der Baukomponenten entfalten konnten. Während 20 Fallstudien zu herausragenden Beispielen im Bauen anhand von Bildern, Plänen und Modellen dem Publikum zugänglich gemacht werden, zeigen sieben Studien die Auseinandersetzung mit dem Thema im Bereich des Produkt-, Kommunikations- und Interieurdesigns. Besucher:innen können so einerseits Erfindungen, Produktinnovationen und Herstellungsverfahren, die in ihrer Gesamtschau technikgeschichtliche Entwicklungslinien nachvollziehbar machen, und andererseits aktuelle kritische Auseinandersetzungen im Bereich des Designs entdecken.
Heute begegnet uns der Begriff der Serialität erneut als politisches Versprechen. Serialität soll – das zeigt die aktuelle Debatte zum Wohnungsbau – Herstellungsprozesse beschleunigen, Verfahren vereinfachen und Kosten dämpfen. Serialität soll nachhaltige Baukomponenten in hohen Stückzahlen bereitstellen. Modelle, Module und Prototypen stehen schon bereit. Wann werden sie in Serie gehen? Bevor die Produktion hochgefahren wird, möchten wir innehalten und fragen: was genau ist mit dem neuen Appell zur Serialität gemeint? Was bedeutet Serialität im Hinblick auf ethische und ästhetische Fragen? Um diesen und weiteren Fragen Raum zu bieten, lädt die Frankfurter Stiftung urban future forum e.V. als Initiator und Ideengeber der Ausstellung zu drei begleitenden Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen ein: den Serienparlamenten. Die verschiedenen Serienparlamente sind jeweils einem übergreifendem Themenblock gewidmet und laden Architekt:innen, Designer:innen, Hersteller:innen, Politiker:innen und Bürger:innen dazu ein, ihre Gedanken und Positionen zu serieller Planung und Produktion vorzustellen und mit dem Publikum zu diskutieren. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie es gelingen kann, den (vermeintlichen) Widerspruch zwischen Seriengestaltung und guter Gestaltung aufzulösen und anhand von Beispielen zu belegen, dass Qualität mit den Mitteln industrieller Verfertigung vereinbar ist.
Die Ausstellung wird von Prof. Axel Sowa kuratiert, der von Florian Eschner und dem Team des Lehr- und Forschungsgebiets Architekturtheorie und Studierenden der RWTH Aachen University unterstützt wird. Sie entsteht in Kooperation mit Studierenden der HfG Offenbach unter Leitung von Prof. Matthias Wagner K. Prof. Norbert Hanenberg hat mit Studierenden der TH Gießen zur Entwicklung der Ausstellungsmöbel beigetragen.
Die Ausstellung wird gefördert von der Wüstenrot Stiftung, der Else Kröner Fresenius Stiftung, dem Informationszentrum Beton, der B&O Bau GmbH und der RWTH Aachen University.

