Unterschiedliche Realitäten abzubilden ist politisch; Repräsentation ist kein neutraler Akt. Sie ist, wie bell hooks formuliert, ein umkämpfter Ort, besonders dort, wo Menschen und ihre Lebenswelten ins Bild gesetzt werden. Damit verbindet sich eine besondere Verantwortung gegenüber den Porträtierten: Fotografie kann sichtbar machen, was sonst übersehen wird, und zugleich festlegen, wie etwas gesehen wird.
Von diesen Überlegungen ausgehend haben sich Studierende des Fachbereichs Gestaltung Mathildenhöhe im Seminar „Sites of Struggle" bei Prof. Sara Maierhofer der Frage gestellt, wie von Lebensrealitäten erzählt werden kann, die nicht die eigenen sind– und bewegen sich dabei in einem Feld, das nicht immer leicht zu navigieren ist: zwischen Nähe und Distanz, Empathie und Projektion, Intimität und Voyeurismus.
Die entstandenen Arbeiten verstehen Fotografie als dialogische Praxis, als ein in Beziehung treten mit Menschen, mit Orten und mit dem, was sich zwischen Kamera und Gegenüber ereignet. Die gezeigten Fotografien sind Ergebnis dieses Kontakts: Begegnung nicht als Voraussetzung, sondern als Methode.
Ab dem 17. Juli verwandelt sich der Ausstellungsraum G10 in einen offenen Produktionsraum. Einen Ort des Austauschs, an dem der Entstehungsprozess einer Ausstellung selbst sichtbar wird. Die Eröffnung findet am 17. Juli statt; die Ausstellung ist bis zum 26. Juli 2026 zu sehen.
Beteiligte Künstler:innen
Jana Bender, Charly Burfeind, Berkin Dündar, Quinn Heyne, Johannes Gärtner, Sarah Sophie Radloff, Maren Schröder und Anastasiya Sultanova
Veranstaltungen dieser Reihe
©theaterquarantäne e.V.
