Blick auf einen Tisch mit Töpfen, einer Landkarte und Tellern©Sarah Hachem

AfkV Höchst - Amt für künstlerische Vermessung

Ausstellung von Sarah Hachem

September
Oktober 2026
26
Sa
Sep.

01
Do
Okt.

social.form

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Ausgangspunkt von Sarah Hachems Arbeit ist die Frage, wie Industrie den Alltag eines Stadtteils prägt und welche Spuren sie in seinen Materialien hinterlässt. Mit der Installation Vermessung im Wasser folgt Sarah Hachem den Wegen von Mainwasser, Pflanzen, Fetten, Laugen und anderen Stoffen durch Höchst und untersucht, wie Industrie, Stadt und Alltag miteinander verbunden sind.

Die Installation besteht aus einem Kreislauf aus Rohren und Waschbecken. Drei unterschiedliche Becken sind über einen geschlossenen Kreislauf miteinander verbunden. Rohrleitungen führen das Wasser von einem Becken zum nächsten; an ihren Enden tritt es in kleinen Ausflüssen wieder aus und fällt in die Becken. Die unterschiedlichen Waschbecken und -schüsseln bringen verschiedene Zeiten, Orte und Vorstellungen vom Waschen und von Sauberkeit zusammen. Das Wasser sammelt sich in Eimern und wird von dort immer wieder durch Pumpen in die Rohrleitungen zurückgeführt, die an die Infrastruktur des Industrieparks und an die alltäglichen Infrastrukturen der Stadt erinnern.

Das Wasser ist dabei nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar: Es tropft, rauscht, plätschert, wird gepumpt und fällt auf unterschiedliche Materialien. Die Geräusche der Rohrleitungen, Pumpen und Becken machen den Kreislauf akustisch erfahrbar und verändern sich mit seinem Betrieb.

An den Rohrleitungen hängen Handseifen, die in gemeinsamen Workshops mit Anwohner*innen aus Höchst entstehen. Sie sind ähnlich wie französische Drehseifenhalter montiert und laden zum Händewaschen ein – allein oder mit anderen. Durch ihre Benutzung verändern sie sich. Sie werden kleiner, verformen sich und tragen die Spuren ihres kollektiven Gebrauchs.

Für ihre Herstellung recherchiert Sarah Hachem Materialien aus Höchst und sammelt sie – wo möglich – vor Ort: Pflanzen, Fette aus Restaurants und Metzgereien, pflanzliche Öle sowie Natronlauge aus den Stoffkreisläufen des Industrieparks. Die Materialien werden Teil der Installation. Ihre Ursprünge, Verarbeitungen und Wege durch Höchst machen Verbindungen zwischen Industriepark, Stadt und Alltag sichtbar.

Auch das Wasser verändert sich. Mit der Zeit wird es trüber. Es nimmt Spuren der Seife, kleine Pflanzenteile, Staub und Rückstände vieler Hände auf. Rund um den Kreislauf liegen Fundstücke, Pflanzen, Zeichnungen, historische Dokumente und Materialien aus Höchst. Die Installation bewegt sich zwischen Waschraum, Brunnen, Seifenküche, Labor, Atelier und Archiv. Mit der Zeit verbindet der Kreislauf Stoffe, Geräusche, Spuren und Geschichten. Wasser, Rohre, Becken, Seifen, Pflanzen und Menschen werden Teil desselben Kreislaufs.

Veranstaltungen dieser Reihe

Blick auf einen Tisch mit Töpfen, einer Landkarte und Tellern©Sarah Hachem
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Die Ausstellung lädt dazu ein, Sarah Hachems raumgreifende Installation zu erleben und den Verbindungen zwischen Industrie, Alltag und Nachbarschaft in Höchst nachzuspüren.
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