Demokratie ist kein Naturzustand, sie bedarf einer permanenten Auseinandersetzung mit den Lehren aus der Geschichte sowie eines beständigen Bekenntnisses zu demokratischen Prinzipien. Diese Auseinandersetzung kann auch performativ erfolgen, deswegen kann man sich die widersprüchliche und brüchige deutsche Demokratiegeschichte in der antifaschistischen Hüpfburg hüpfenderweise erschließen.
Sie ist dem Hambacher Schloss nachempfunden und repräsentiert somit einen Ort mit widersprüchlicher Geschichte. Das Hambacher Schloss war der Veranstaltungsort des Hambacher Festes von 1832, es gilt als „Wiege der deutschen Demokratie“ und wird zugleich von Rechten genutzt, um eine alternative deutsche Geschichte jenseits der Verbrechen des Nationalsozialismus zu erzählen. Für die WDC wird das Hambacher Schloss mit einem Symbol aus dem spekulativen Design kombiniert. Damit soll dafür sensibilisiert werden, dass sich Rechte für ihren Geschichtsrevisionismus auch Methoden des Designs zunutze machen und ein Raum geschaffen werden, um über Strategien gegen diese Vereinnahmung nachzudenken.
Die Hüpfburg von Frieder Bohaumilitzky wird im WDC-Hub aufgebaut und kann von großen und kleinen Gästen auf eigene Gefahr benutzt werden. Der Hub steht zudem zum Verweilen zur Verfügung.
Frieder Bohaumilitzky ist Designer, Politikwissenschaftler und Kurator. Er macht Ausstellungen, interveniert in Institutionen und untersucht den Zusammenhang von materieller Kultur und politischen Ordnungen, mit Schwerpunkt auf politischen Strategien der Neuen Rechten. Bohaumilitzky promovierte an der HFBK Hamburg; zuvor studierte er Politikwissenschaft an der Universität Hamburg, sowie Design an der HFBK Hamburg und Bezalel Academy of Arts & Design Jerusalem. Mit Ina Römling und Torben Körschkes betreibt er studio lose, das kollaborativ-spekulativ soziopolitische Verhandlungsräume gestaltet.
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