
Positions on Freedom. Gestaltung und ihre Grenzen – the thing Fellowship 2026
Juni 2026
the thing
Was ist Freiheit? Eine der zentralen Fragen unserer Zeit – politisch, ökologisch, ökonomisch und ästhetisch. Gerade im Kontext von Gestaltung und Demokratie erscheint sie nicht nur als individueller Ausdruck, sondern als kollektive Praxis.
Gerade hier zeigt sich Freiheit in Zugängen und Grenzen: Wer verfügt über Material, Zeit, Wissen, Räume und Werkzeuge? Welche Produktionsweisen werden ermöglicht – welche verhindert? Welche Formen gelten als legitim, welche als Abweichung? Auch Begriffe wie „freie Kunst“ verweisen darauf, dass Freiheit nicht nur Ideal, sondern von Machtverhältnissen geprägt ist. Gestaltung wird so zum Medium, Freiheitsbegriffe auszuhandeln – zwischen Norm und Abweichung, Kontrolle und Entwurf, Macht und Teilhabe. Kreative Freiheit entsteht dort, wo Gestaltung Bedingungen sichtbar macht, Alternativen entwirft und Handlungsspielräume erweitert.
Das Projekt umfasst 3 Elemente:
- In Kooperation mit USM entwickeln 3 beauftragte Designer:innen Arbeiten zu Freiheit und lesen ein industrielles Ordnungssystem als Ausgangspunkt neu.
- Ein Open Call lädt Designer:innen und Autor:innen ein, Objekte und Texte einzureichen, die Gestaltung und Freiheit transdisziplinär reflektieren
- Ein Sammlungsmodul kontextualisiert Museumsobjekte, um Facetten von Freiheit als historisches, kulturelles und institutionelles Konzept wahrnehmbar zu machen.
the thing Fellowship 2026 ist ein interdisziplinäres Ausstellungs- und Publikationsprojekt im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026, realisiert in Partnerschaft mit dem Designmöbelhersteller USM und der Fondation USM.
Initiiert wurde das Projekt von dem Designer, Kurator und Journalisten Anton Rahlwes und ist mit der von ihm gegründeten Plattform the thing Magazine verknüpft. Das Projekt baut eine Brücke zwischen Produktion, Gestaltungspraxis und gesellschaftlicher Wirkung. Ziel ist es, neue Perspektiven auf den Themenkomplex zu entwickeln. Das Unternehmen USM tritt in diesem Gefüge als Förderer einer freien inhaltlichen Auseinandersetzung auf. Als Traditionsunternehmen, das für Langlebigkeit und zugleich für Flexibilität steht, versteht USM sein Engagement als Beitrag zum Gestaltungsdiskurs im Spannungsfeld von Produktion und Kultur – ohne inhaltliche Vorgaben zu machen.