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On Display. Grafikdesign als soziale Praxis

Museum Angewandte Kunst Frankfurt
Veranstaltungsreihe: On Display. Grafikdesign als soziale Praxis
August
November 2026
21
Fr
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Museum Angewandte Kunst Frankfurt

Grafikdesign ist allgegenwärtig. Ob Verpackungen, digitale Interfaces auf unseren Smartphones oder Werbeflächen und Leitsysteme im öffentlichen Raum – alles, was uns an Medien umgibt, ist grafisch gestaltet und intendiert eine Wirkung. So prägt Grafikdesign, wie wir wahrnehmen, verstehen, fühlen und handeln – oft ohne, dass wir uns dessen bewusst sind.

Die Ausstellung On Display. Grafikdesign als soziale Praxis untersucht die gesellschaftliche Dimension von Grafikdesign und fragt nach seiner Wirkmacht in Zeiten politischer, technologischer und sozialer Umbrüche. Sie begreift Grafikdesign nicht primär als ästhetische Disziplin, sondern als soziale Praxis, die tief in Machtverhältnisse, Wissenssysteme und kollektive Aushandlungsprozesse eingebunden ist.

In 5 thematischen Abschnitten wird Grafikdesign als Sprache des Alltags, als Werkzeug der Wissensproduktion, als mediales und technisches Netzwerk sowie als kollektive und feministische Praxis beleuchtet. Ausgangspunkt ist die alltägliche Konfrontation mit grafischer Gestaltung: Schriften, Bilder und visuelle Systeme überlagern sich, bleiben fragmentarisch und machen sichtbar, wie kontinuierlich und selektiv wir Grafikdesign rezipieren. Im zweiten Abschnitt richten Robin Coenen und Danielle Rosales (Visual Intelligence, Berlin) den Blick auf Informationsgestaltung und fragen nach ihrer Verständlichkeit, Zugänglichkeit, Verantwortung und ihren politischen Implikationen. Dabei werden Themen wie Autorität, Propaganda, koloniale Wissensordnungen und demokratische Teilhabe ebenso verhandelt wie das Potenzial von Grafikdesign, gesellschaftliche Veränderungen sichtbar zu machen oder anzustoßen.

Der darauffolgende Abschnitt legt den Fokus auf Medien, Werkzeuge und Methoden des Grafikdesigns; auf digitale Technologien und künstliche Intelligenz, die die Produktion, aber auch die Glaubwürdigkeit von Bildern grundlegend verschoben haben. Im folgenden vierten Abschnitt zeigen Anja Kaiser (Leipzig) und Rebecca Stephany (Berlin), wie sich Grafikdesign als kollektive, feministische Praxis aneignen lässt. Ihre Haltung richtet sich gegen diskriminierende Strukturen sowie dogmatische Regeln und unternimmt den Versuch, einen einseitigen Kanon des Grafikdesigns aufzubrechen. So wird Grafikdesign als offener, partizipativer Prozess verstanden, der Hierarchien infrage stellt, Mehrdeutigkeit zulässt und kollektive Wissensproduktion ermöglicht. Den letzten Abschnitt bildet ein Diskursraum, der Reflexion und Austausch ermöglicht. Ein Gesprächs- und Vortragsprogramm vertieft zentrale Themenfelder wie Inklusion, Nachhaltigkeit, politische Dimensionen des Designs oder auch globale Perspektiven ohne abschließende Antworten zu geben.

Kurator: Dr. Jonas Deuter

WDC 2026 | On Display. Grafikdesign als soziale Praxis