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Der Dichterturm zu Straßburg
In dem pluralistisch-bunten Ensemble der Debattenräume der Salons der Republik, welche die Studierenden für Orte in Berlin und Frankfurt entworfen haben und die 2021 im Deutschen Architekturmuseum ausgestellt wurden, haben sie den Variantenreichtum von Debattenräumen spielerisch erkundet. Es ging um Räume für den lebendigen und kultivierten Austausch von Argumenten. In dem Dichterturm geht es uns um Räume, die dem bedachten und geschliffenen, dem erfühlten und erfüllten, dem verletzlichen und zutiefst menschlichen Wort – kurz gesagt: der Lyrik! – einen Resonanzraum geben.
Denn wir alle reden heute sehr viel, und hören immer weniger zu. Und das bedachte Wort wird von vorschnellen Affektfrechheiten zugeschüttet. Und die Schönheit der vielen Sprachmelodien der Welt wird von Modewörtern verkleistert. Deswegen haben Studierende der Hochschule RheinMain den „Dichterturm zu Straßburg“ entworfen, einen markanten Turm mit 14 atmosphärisch dichten Räumen zum Lesen und Erspüren von Lyrik, alle auch mit einem Arbeitstisch zum Niederschreiben und einer Bar zum Austauschen von Worten versehen, mit 14 Stipendiatenwohnungen für Dichter:innen aus aller Welt und 14 Räumen mit kontrastierenden Nutzungen zum Anregen milieuübergreifender Kommunikation.
Mit anderen Worten: der Turmbau zu Straßburg inkorporiert die babylonische Vielsprachigkeit neu – und zelebriert sie als Reichtum! Selbstbewusst und weltenverbindend positioniert er sich zwischen dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Hochschule RheinMain / RheinMain University of Applied Sciences and Arts, Fachbereich Design Informatik Medien (DCSM), Studiengang Innenarchitektur
